Höhere Weiterbildung in der Region

Unterstützt von der Arbeiterkammer Tirol, der Standortagentur Tirol und der Wirtschaftskammer Lienz, stellt sich das Regionsmanagement Osttirol unter dem Arbeitstitel „Campus Osttirol“ die Frage, welche Rahmenbedingungen und Maßnahmen in Osttirol notwendig sind, um (universitäre und gleichwertige) online - Fortbildungsmöglichkeiten der Osttiroler Bevölkerung leicht zugänglich zu machen. Die Projektgruppe vertieft die Arbeit hinsichtlich der Frage, was für eine höhere Bildung getan werden kann, welche die Entwicklung der Region stärkt und die Möglichkeiten des Lernens vor Ort steigert. Hilf mit diesem Fragebogen mit, den Campus zu entwickeln!

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Webinar "Kooperation in der regionalen Bildungsarbeit"

Eine wichtige und zentrale Komponente in unserem Projekt ist die Erkundung von Kooperationsmöglichkeiten. Dabei sind wir auf viele interessante Entwicklungen gestoßen. Auch kleine Städte und Gemeinden am Rand können heute, wenn sie es wollen, ihren bildungshungrigen BewohnerInnen ein großes Portfolio an Studien- und Lernmöglichkeiten vor Ort bieten. Wir haben uns Pionierprojekte in Hollabrunn/Niederösterreich und Rottenmann/Steiermark angesehen und fanden dort in der einen oder anderen Form richtiggehende "Mini-Universitäten", die in Partnerschaft mit großen Universitäten und Fernlehreinrichtungen fundierte und weithin anerkannte Studiengänge anbieten, die sogar bei StudentInnen aus Ballungsgebieten interesse finden. Wir haben uns neuartige selbstorganisierte Bildungsformen in Gemeinden mit Bildungsehrgeiz angesehen, wie zum Beispiel "Offene Technologielabore", und sahen wie sich dieses Modell rasch ausbreitet und immer beliebter wird, die schulische Ausbildung ergänzt und den Einstieg in ein den eigenen Neigungen entsprechendes Berufsleben fördert. Wir haben auch gesehen, wie die elektronischen Medien in Kooperation mit Erwachsenenbildungseinrichtungen Lehrangebote in großer Fülle schaffen und die Kosten und Aufwendungen für die Etablierung von Bildungsmöglichkeiten radikal senken. All das haben wir in einem Webinar im Februar Revue passieren lassen, das als Aufzeichnung für alle Interessierten am Netz bereitsteht.

Den Einstieg machte Margot Buchmann, Leiterin des Universitätszentrums (UZR in Rottenmann). Nach einer Phase der "Eigenproduktionen" hat es sich als Zentrum für universitäre berufsbegleitende Studien mit Bachelor- und Masterabschluss neu erfunden und voll auf kooperative Angebote gesetzt. Aus einer Mischung von Multimedia - Fernstudien und Präsenzstudien gibt es hier ein umfangreiches Studienangebot. In Abstimmung mit den strategischen Kooperationspartnern Johannes Kepler Universität Linz und der Technischen Universität Graz sowie der Fernuniversität Hagen wurde hier ein Zentrum ganz eigener Art geschaffen. Frau Buchmann stellte die typisch ländlichen Probleme im Bezirk Liezen dar, Abwanderung und Bildungsmangel. (13:00) Mit ihrem professionellen Background im Marketing kommunizierte sie die sehr plastisch und nachvollziehbar die Vorteile des UZR als Bildungseinrichtung, aber auch die enorme Arbeit, die dazu geführt haben, dass derzeit über 400 Studenten in Rottenmann studieren. Aber ihre Ziele gehen weiter, von der Wiege bis zum hohen Alter soll der Bildungsstandort Rottenmann die Menschen für das Leben in der Region motivieren, dafür hat sie auch eine Kinderuni initiiert. (17:00) Manche Studenten kommen sogar aus dem Ballungsraum Graz, weil die individuelle Betreuung, Vernetzung und Kommunikation sehr geschätzt wird. (20:00) Auch die finanzielle Machbarkeit wird durch die Kooperation mit den Universitäten ermöglicht.

Der nächste Beitragende (27:00) war Martin Hollinetz, prominenter Initiator der OTELOS (offene Technologielabore). Seit 2010 gibt es OTELOS, sie entstehen durch Kooperation eines Trägervereines mit der jeweiligen Gemeinde. Wichtig ist, dass der Raum, der dadurch geschaffen wird, offen ist für verschiedenste Initiativen nicht nur im engen technologischen Sinn, sondern für "Kunstfertigkeit" im weitesten Sinn. (30:00) In Vorchdorf ist das OTELO in ehemaligen Schulräumen untergebracht und bildet einen integralen Bestandteil eines lokalen Schulcampus. Eingebettet ist diese Bildungsinstitution auch in Strategien der regionalen Entwicklung und der Entwicklung des regionalen Lebens- und Arbeitssystems. Sowohl von der Gemeinde selbst als auch von den Teilnehmenden, die aus den OTELOS heraus eine Selbstanstellungsgenossenschaft entwickelt haben (und in zweijähriger Kleinarbeit diese attraktive Lebens- und Arbeitsweise überhaupt erst in Österreic rechtlich möglich gemacht haben). (35:00) Soziale Fragen und Innovationskultur sind ganz zentrale Fragen des Netzwerkes der OTELOS, das mittlerweile schon an 14 Standorten in Österreich existiert. (einer der jüngsten Zugänge ist das OTELO Villach).

Dann kam der Beitrag von Helmut Peissl. Er repräsentiert ein Netzwerk (COMMIT), das sich mit nichtkommerziellen Medien, freien Radios und Community TVs beschäftigt. Helmut stellte ein Webinar vor, dass seinen Erfolg der Kooperation mit dem Bundesinstitut für Erwachsenenbildung BIFEB verdankt. Die Kooperation führte zu Kostenteilung, Diversifizierung des Publikums und schuf für die Zielgruppen beider Einrichtungen ein attraktives Angebot.

 

Webinare mit Mehrwert

Häufig zu erleben sind immer noch Webinare bei denen klassische One-to-Many-Settings verfolgt werden. Dabei werden PowerPoint-Präsentationen mit gesprochenem Kommentar gezeigt. Der Chat wird dabei oft auch moderiert. Das bedeutet, dass die Chatnachrichten nicht für alle sofort sichtbar sind. Die Teilnehmenden können dabei weder sehen, wer noch anwesend ist, noch können sie miteinander kommunizieren. 

Dabei ist heute so viel mehr an synchroner Interaktivität möglich. Erst diese macht das Webinar als Live-Veranstaltung interessant. Ansonsten bietet der Live-Charakter kaum Mehrwert zur Aufzeichnung bzw. könnte dann gleich ein Screencast (Film vom Bildschirminhalt mit gesprochenen Kommentaren) produziert werden.

Aktuelle Webkonferenz-Systeme erlauben allen Teilnehmer_innen über Video, Audio, Chat, Whiteboard, Umfragen und zahlreichen weiteren Interaktionstools zusammen zu arbeiten. Insbesondere Stimme und Video lassen Webinare zur persönlichsten und sozialsten Form des Online-Lernens werden. So können Elemente der Peer-Learnings oder konnektivistische Ideen in das Webinar-Format einfließen.

Wie fühlen sich Webinar-Teilnehmer_innen willkommen?

Der wichtigste Aspekt ist die Identifikation der Teilnehmer_innen mit dem Online-Meeting. Partizipation ist der Schlüssel für Identifikation.

Welche Möglichkeiten der Partizipation gibt es nun:

  • Diskussion über die Inhalte des Webinars vor der Veranstaltung z.B. in Social Networks oder Weblogs
  • Einsatz von Crowdsourcing-Tools wie tricider.com (Beispiel für die Entscheidungsfindung für ein Webinar-Thema: http://www.tricider.com/brainstorming/36Ro )
  • Teilnehmende sollen wirklich Beitragende werden: alle haben hat eine Geschichte zu erzählen und man kann ihnen eine Bühne - allerdings in einem klar definierten Rahmen - bieten. Sichtbarkeit wird so zum Motivationsfaktor. 
  • Die Etablierung eines lebendigen Online-Community ist eine große Herausforderung. Wenn es aber gelingt, kann diese einen wichtigen Mehrwert für alle darstellen. 

Webinar am 24.2.: Kooperation in der regionalen Bildungsarbeit

Im Rahmen unseres Projekts laden wir herzlich zum Webinar am 24.2. von 14-15.30 ein. Thema ist das Potential von Kooperationen zur Bereicherung der regionalen Bildungslandschaft. Gemeinsam mit interessanten Gästen aus der Praxis wollen wir über die Chancen und Herausforderungen von regionsübergreifender Zusammenarbeit diskutieren. Für Teilnehmende, die noch nicht mit der Webinar-Technik vertraut sind, bieten wir zwei Testtermine an.

Ausführliche Information findet sich hier.

 

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